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Alle Arten von Gesten machen Sprache für alle verständlicher

Gestikulieren fürs Lernen besser als Gesten nur zu beobachten

 

 


 

Es gibt nicht Gesten erster, zweiter oder dritter Kategorie: alle – egal, ob sie die Tonspur unterstreichen, ergänzen oder strukturieren helfen – unterstützen ohne Ausnahme die Verständlichkeit von Sprache. Und zwar bei allen Altersgruppen. Früher einmal festgestellte Unterschiede in der Wahrnehmung von Gestik bei Kindern und Erwachsenen haben sich als irrelevant herausgestellt. Das jedenfalls sind die wichtigsten Ergebnisse einer kürzlich publizierten Meta-Analyse aus Sydney, in der 83 Studien betreffend die Wirkung von Gestik von 1970 bis 2018 untersucht wurden.

Nur in einem Punkt konnte ein signifikanter Unterschied festgestellt werden: gestikuliere ich selbst, um etwas zu erklären, lerne und verstehe ich das Gesagte selbst noch besser, als wenn ich Gesten bei jemandem anderen, der zum selben Inhalt spricht, lediglich beobachte.

When our hands help us understand: A meta-analysis into the effects of gesture on comprehension. Dargue/Sweller/Jones. In: Psychological Bulletin. Aug. 2019 145 (8), 765-784.

 

Aus der Praxis:

Wußte ich´s doch: Gestik ist immer positiv und jene, die meinen, es gäbe zuviel Gesten, irren. Gesten unterstützen nicht nur die Verständlichkeit der jeweiligen Aussagen. Gesten tragen auch zur Lebendigkeit jeder Kommunikation bei. Ein/e RednerIn mit Gesten wirkt automatisch dynamischer als ein/e solche/r ohne oder mit nur geringer Gestik.

Gesten können auch die Authentizität fördern. Extravertierte Personen machen größere und mehr Bewegungen, introvertierte kleinere und weniger – da findet jeder Körper sein natürliches Maß von selbst. Sie können aber durch einstudierte Gesten vor allem dort, wo Emotionen ausgedrückt werden sollen, umgekehrt total künstlich und unnatürlich wirken.

Deshalb bin ich mit konkreten Empfehlungen, da oder dort spezielle Gesten zu verwenden, extrem zurückhaltend – abgesehen von drei Fällen: bei der Position der Hände im Stehen (immer oberhalb des Gürtels), beim Sitzen (beide Hände immer locker vor sich am Tisch) oder wenn es gilt, 3-dimensionale Objekte darzustellen.

 

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