Ö: Ausnahme bei Science News
Studie empfiehlt mehr Unterstützung für WissKomm und Fitness für Social Media
In Skandinavien, Benelux und deutschsprachigen Ländern, damit auch in Österreich, erreichen News zu wissenschaftlichen Erkenntnissen die Bevölkerung primär über Informationsmedien wie Print, Radio, TV und die Homepages der Verlage und Sender. Damit befinden wir uns allerdings im globalen Vergleich in der Minderheit: denn überall sonst werden Studienergebnisse vor allem über Social Media kommuniziert, vor allem dort, wo klassische Medien zu teuer sind, es kein Angebot an Qualitätsmedien gibt und der nationale Bildungsgrad niedrig ist. Apropos: je geringer der Bildungsgrad desto mehr besprechen, diskutieren und teilen User wissenschaftliche Themen. Social Media mit ihren Vereinfachungen und Fake News haben daher einen überproportionalen Einfluss darauf, wie die Menschheit mit Wissenschaft umgeht. Das legt eine ausgedehnte, über 70.000 TeilnehmerInnen in 68 Ländern umfassende Studie nahe.
Die ForscherInnen empfehlen u.a. Ländern wie Österreich: Wissenschaftsjournalismus mehr zu fördern und WissKomm in den Social Media stärker einzusetzen.
Mede/Cologna/TISP Consortium, “Public Communication about Science in 68 Countries: Global Evidence on How People Encounter and Engage With Information about Science”, in: Science Communication, , First published Oct. 24th, 2025, https://doi.org/10.1177/10755470251376615
Aus der Praxis:
Eins ist jedenfalls klar: Menschen interessieren sich für Wissenschaft – egal ob sie in ärmeren oder reicheren Ländern leben, mehr oder weniger Bildung und Internetzugang haben, oder in Demokratien bzw. Autokratien tätig sind.
Ich halte das grundsätzlich für gut und für eine Chance. Wichtig ist es jetzt “nur”, Erkenntnisse der Wissenschaft in Form und Inhalt laiengerecht aufzubereiten (kurz, korrekt, konsequent und nutzenorientiert) und neben den klassischen Informationsmedien auch und gerade Social Media zu nutzen. WissenschaftlerInnen könnten noch viel besser lernen, ausdrucksstark in eine Kamera zu sprechen, ihre Studienergebnisse für den Alltag relevant darzustellen und gegen Falschmeldungen und Mythenbildungen aufzutreten.
Es gibt noch einiges zu tun.